Aktuelles

Das COAPPARATION-Lab hat den Arbeitsraum thealit an eine neue Stipendiatin übergeben. Maria Karpushina und von ihr eingeladene Projektteilnehmer:innen werden sich mit der Ausstellungspraxis des Überseemuseums in Bremen befassen. Es geht um den ersten Teil einer museologischen Intervention, die das Ausstellen selbst kritisch und experimentell befragt. Der Titel des gesamten Projekts Altering Neutrality zeigt an, dass es dabei um die blinden Flecken eines vermeintlich neutralen Bildungsangebots gehen wird:„das Objekt wird vor einem neutralen Hintergrund präsentiert, und die Besucher:innen konzentrieren sich nur auf das, was sie sehen.”- The Metabolic Museum, Clémentine Deliss, 2020. 

Der Ausstellungshintergrund, wie er in der Museumsgeschichte allgegenwärtig ist, soll nämlich stets (ideologisch) neutral sein und ‚die sinnliche Wahrnehmung erleichtern'. Dies bedeutet jedoch, keineswegs neutral, dass die Geschichte eines Objekts bewusst umgeschrieben wird, indem etwa seine Wurzeln, das kontextuelle Netz der Bezüge und Bedeutungen, abgeschnitten werden. „Dismantling the neutral background” impliziert, dass die Neutralität des Ausstellungsraums, wie ihn die Tradition fordert, in Frage gestellt wird.

„Hintergründe sind eine Quelle der Fiktion, was durch Befragung verschiedener Akteure aufgezeigt wird, die, indem sie die Existenz und Dauerhaftigkeit dieser Fiktion bezeugen, zugleich deren Abbau denkbar werden lassen,” meint Maria Karpushina dazu. Oder: Geschichte, insbesondere Kolonialgeschichte wird museal erzählt und wer das erkennt, kann versuchen die Geschichte(n) zu verändern.

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