DEBATTERIE! Teil 1, Oktober 2016-April 2017

im öffentlichen Arbeitszimmer von thealit:
Vor dem Steintor 133 - Bremen

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Was bisher geschah

Die Debatterie Teil 1 ist nun zu Ende.
Vielen Dank an allen Teilnehmer*innen, Besucher*innen und Mitarbeiter*innen!

Weitere Videos und Fotos sind im Arbeit und werden hier bald veröffentlicht.




25.-27.03.

So etwas ließe sich sagen (denn es wurde bereits gesagt) wenn einer/einem Plagiat oder Betrug vorgeworfen werden sollte und man eine Person von öffentlichem Interesse wäre. Wahrscheinlich wäre in einer Pressekonferenz die Klage, von öffentlichen Vorwürfen ‚getroffen’ zu sein, wenig geschickt zu nennen, denn wer möchte schon bei beschädigter Reputation an Mitleid und Komplizenschaft der Masse appelliert haben müssen? Allerdings, wenn Schweigen oder schlichtes Bestreiten sich bereits als aussichtslos erwiesen hätten…?

Derlei Überlegungen ließen sich bestens, nämlich experimentell vertiefen mit einer Arbeit von JULIA NOVACEK in thealits öffentlichem Arbeitszimmer Vor dem Steintor 133, die unter dem Titel Das Spiel vom Reden in mehreren Teilen aufgeführt wurde. Julia Novacek sagt über Das Spiel vom Reden: „In den vergangenen Jahren wurden verschiedene PolitikerInnen des Plagiierens überführt. Sie reagierten mit öffentlichen Geständnissen und Entschuldigungen. Das politische, medial inszenierte Geständnis ist der zentrale Fokus der Arbeit. Mittels des Reenactments wurden Entschuldigungsreden für das Klauen fremder Texte geklaut, um geklauten Text mit geklauten Gesten zu performen.“

Am Samstag 25. März und Sonntag 26. März startete Das Spiel vom Reden mit einer Durational Performance, in der Julia Novacek dem Spektrum von authentischen Geständnissen und Kopie im Live-Moment nachging, Überraschungen nicht auszuschließen. Wichtig war dabei ein kleines Mobiltelefon, das im Ausstellungsraum auf BesucherInnen wartete. (Hinweise zum Benutzung fanden sich im Ausstellungsraum.)

Und am 27. März schließ sich eine Videoinstallation von Das Spiel vom Reden an. Eine Doppelprojektion zeigte dabei das Geschehen einer inszenierten Pressekonferenz. Die eine Kamera hat die Bilder der anderen kopiert. Der Frage nach dem Original stellte sich jetzt nicht nur hinsichtlich zweifelhafter Urheberschaften und Fakten, sondern explizit auch hinsichtlich der Form. Linkes Bild oder rechtes, welches ist ein echtes?



Sa 18.03.2017
Der Salon der Zeichner*innen debattiert.
Ab 15 Uhr bis in die Nacht mit Pausen
Aktion



Der Salon der Zeichner*innen debattiert

SALON DER ZEICHNER*INNEN
Öffentliches Arbeitszimmer, Vor dem Steintor 133

Können Debatten auch außerhalb der Sprache, z.B. mit dem Medium Zeichnung geführt werden? Werden neben formalen Inhalten auch andere verhandelbar? „Es ist anders, wenn Du den Stift gemeinsam mit anderen auf das Papier setzt.“ - denn die eigene Position muss klar gestellt werden. Der begrenzte Raum des Papiers bedingt allerdings beim andauernden Zeichnen eine räumliche Annäherungen, welcher durch die gegenseitige Aufnahme von Impulsen auch eine formale und inhaltliche folgen kann. Die anfänglichen Inseln von Zeichnungen gehen in einem weit verzweigten Ganzen auf - Konsens gefunden, Zeichenpapier durchgezeichnet? Oder führt die zunehmende Begrenzung des Zeichenraumes zu einem Beharren auf der eigenen Position, welcher ein Überzeichnen folgt? Oder gleicht sich die Mehrheit einer dominierenden Zeichenspur an und begibt sich in ein mimetisches Zeichnen für ein „gelungenes Ganzes“? Und werden in dem andauernden Prozess dann nicht doch wieder gegenläufige Spuren sichtbar, welche nach und nach die dominante Zeichenspur unterwandern?

Sa 11. März 2017
Debatterie-Workshop

Hass, mein Häschen, Hass

Zur aktuellen Debatten-Kultur in den Sozialen Netzwerken gehört in zunehmendem Maße die Hassrede. Ob man sich im Internet für Flüchtlinge, gegen Rassismus, für Feminismus, gegen Sexismus oder gegen Homophobie einsetzt, Hass als Reaktion im Netz ist gängige, massenweise Antwort. Die Bundesstiftung Stiftung Warentest, fand das anscheinend so normal, dass sie unter „Hassrede im Netz und ihre Konsequenzen“ schon mal eine Art Kostentabelle von exemplarischen Strafttatbeständen auflistete, die mit Geldstrafen von 1.380 - 5.000 Euro verurteilt wurden. Aber: „Geldstrafen helfen da gar nicht,“ meint Torsten Flüh.

Es lässt sich fragen: Sind Hassbotschaften im Netz Worte von Schissern, die im Schutz von Gleichgesinnten alle und alles, was ihnen in die Quere kommt, „weg“ haben wollen? Bequem, unfähig, gewalttätig? Und wiederum: Was ist gegen diesen Hass zu tun? Den man „weg“ haben will? „Aushalten? Zurückhassen? Lachen? Muss ich überhaupt hassen? Love back? Anders debattieren?“ das fragt Torsten Flüh und gibt zu bedenken: „Die Meinungs- und Pressfreiheit ist in der Bundesrepublik Deutschland ein besonders hohes Rechtsgut, ohne das eine Zivilgesellschaft nicht funktionieren kann.“

Jedenfalls: Das wird praktisch werden. Mit
Torsten Flüh in thealits öffentlichem Arbeitszimmer, sind nämlich Strategien gegen Hassrede im Netz zu entwickeln und zu erproben, bei dem eintägigen Workshop:
Wie „hasse“ ich richtig? Strategien gegen Hassrede im Netz entwickeln und erproben
am Samstag, 11. März

Der Strategien-Workshop richtete sich an queere, feministische und migrantische Aktivist_Innen mit einem In-Put-Referat, Screenings und Streaming sowie Live-Aktionen in der DEBATTERIE!


Fr 3. bis Mi 8. März 2017

Die Rede/The Speech - Phase I

DORIS WEINBERGER

03.-08.03
20.00-23.00 Uhr

The Speech Phase I
How it works!
Projektion

Sa 04.03.
14.00-18.00 Uhr

The Speech
I. Casting: Befragung

Individuelle Dauer: ca 5-20 Minuten
3000 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet - 200 in Bremen - werden eingeladen,
je bis zu 10 Fragen an das/ihr Leben und bis zu 10 Antworten, die ihnen das/ihr Leben
(bisher) gegeben hat, aufzulisten.

Sa 04.03.
19.00-22.00 Uhr

FÄLLT AUS!
Impulsvortrag Gamification & anschließende Debatte

So 05.03.
14.00-18.00 Uhr

The Speech
II. Selbstinterview

Individuelle Dauer: ca 5-10 Minuten
Im Rahmen einer performativen Bildforschung von Erzählung und Darstellung
bitte ich zu einem inszenierten, kurzweiligen Casting, in welchem diverse
Fragen an sich Selbst Thema sind.

So 05.03.
20.00-23.00 Uhr

Chill Out in the green Box
Snack/Trinkspiel/Musik

Mi 08.03.
20.00-23.00 Uhr

The Speech Phase I
Thank you!


Mi 01.03.

1972, 1988, 1999, 2014, 2017 – Wissen & Wiederholung

NITSCH/KABISCH (LAURA NITSCH & FRANZISKA KABISCH)

Video-Screening: 11.00 - 18.00 Uhr

Gesprächabend: 18.00 Uhr
Mit Nitsch/Kabisch & María do Mar Castro Varela

Nitsch/Kabisch zeigen ihre Videoinstallation 1999, die das Verhältnis von den Inhalten einer Debatte zu ihrem strukturellen Rahmen untersucht – unter der Frage „Was steht bei einer Debatte nicht zur Debatte?“ werden die unsichtbaren „Stabilisatoren” der Debatte/ierenden thematisiert und selbst zur Debatte gestellt.

Der gleich anschließende Gesprächsabend der beiden mit der Berliner Politikwissenschaftlerin María do Mar Castro Varela widmet sich dann zuspitzend der akademischen Debatte samt zugehöriger Figur der/s Intellektuellen. In den Worten von Nitsch/Kabisch: „Für wen ist diese Figur der/s Intellektuellen erstrebenswert? Für wen ist sie vorbehalten? Auf welche Art und Weise können wir sie uns aneignen? Oder eine ganz neue Figur schaffen? Und welche Rolle spielt dabei die Form der Debatte? Kommt eine akademische Debatte über die Inszenierung von Klassen-Privilegien hinaus? Wie könnte eine Debatte aussehen, die darum bemüht ist, sich selbst in Frage zu stellen – und nicht darum, den_die Andere_n „niederzuschlagen“ (frz. débattre – (nieder-)schlagen)?“

Das war spannend!


Sa 25.02

Der Vortrag
MANIFEST HYBROSEXUELLER FREIHEIT
von M Simons vom 25.01. wurde aufgezeichnet und wurde auf Radio Weser TV übertragen.
www.radioweser.tv



19.-23.02


Ohne Worte, Mußestunde mit Einwänden

CHRISTINA GOESTL

19.-23.02.
Schaufenster-Bespielung

Laden-Besetzung / Schaufenster-Bespielung / Raum-Gestaltung.

Mi 22.02. // 19.00 Uhr
Ohne Worte, Mußestunde mit Einwänden
Performative Kunst von Christina Goestl

Eine kunstlerische Intervention, ohne Worte, Körperspiel.
Auf den Spuren feministischer Gesprächskultur und/oder:
„Glattes Eis / Ein Paradeis / Für den, der gut zu tanzen weiß.“
(Friedrich Nietzsche in: Die fröhliche Wissenschaft)




10.-18.02


Genitals on Trial

GIEGOLD & WEIß

Das Live Event „Genitals on Trial“mit Giegold & Weiß, Janina Röhrig (Gerichtszeichnerin) und Sandra Ortmann (Protokollantin) diskutierte eine erzwungene Debatte
über /Auseinandersetzung mit Intimsphäre und die Frage für wen diese gewahrt bleiben darf.

Das installative Live Event reagiert auf Gerichtsurteile in England und Schottland, bei denen junge Transsexuelle zu Haftstrafen verurteilt wurden, weil sie sich während eines Rendevous nicht zu ihrer Geschlechtsidentität bzw. dem Aussehen ihrer Genitalien äußerten.

So 12.-Mo 13.02. // 15.00-18.00 Uhr
Genitals on Trial
Ausstellung - Dokumentation



05.-06.02

nigel, nagel

Nagelneu: Nagelbar! Wunderbar. Nun ermöglichte uns eine durational, sprich eine Langzeit- Performance eines mobilen Nagelstudios im Arbeitszimmer von thealit endlich einmal gepflegte und gestylte Fingernägel. Die Performer_innen Hendrik Quast und Maika Knoblich boten mit einer speziellen Maniküre ein Intermezzo innerhalb der DEBATTERIE! Es ließ sich aber sogar in den Lack- und Azetondämpfen, die ein Nagelstudio unter anderem ausmachen, ganz nebenbei in Meinungsaustausch geraten, nun eben mit besonderem Fingerspitzengefühl.


Foto: Paula Reissig

Hendrik Quast und Maika Knoblich führen in ihrer bewährten Expert_innen-Mimikry dann individuelle Typberatungen für ihre Kund_innen durch und bringen bisher unerprobte Styles auf den Nagel: „get wild, get abstract!“ Zwischen Handarbeit und Ich-AG bildet der Beruf der Nageldesignerin für Frauen einen zweiten Karriereweg, einen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben und manchmal die erste berufliche Selbständigkeit. Auch Quast & Knoblich gingen diesen Weg und ließen sich über drei Monate zu zertifizierten Nagelkünstler_innen ausbilden. Neben Techniken der Nagelbettpflege und ausgefallenen Nagelkreationen beherrschen sie deshalb auch kundenorientierte Gesprächsführung und gewinnbringende Zeitoptimierung. So wird jede Behandlung zu einer Gratwanderung zwischen ökonomischen Interessen der Unternehmer_in und psychologischem Feingefühl zur Kundenbindung.

28.01.-02.02

„Zukunft, Rest meines Lebens“, ein Bild von Eugenia Gortchakova

Es war eine Ausstellung in memoriam – unsere Freundin und Kollegin Eugenia Gortchakova war Ende letzten Jahres verstorben und konnte ihre geplante Veranstaltung im Labor DEBATTERIE! Antagonismen aufführen nicht mehr durchführen.

Das Gemälde von Eugenia Gortchakova war bis zum 2. Februar im öffentlichen Arbeitszimmer, zu sehen , im Zeitraum ihres nicht mehr realisierten Projektes Gesten des Disputs. Aus dem zugehörigen Vorbereitungsfundus stammt die folgende Fotografie von einer ihrer Reisen, die Eugenia Gortchakova in der Rubrik „Nahe der Lösung“ eingruppiert hatte…


Foto: Eugenia Gortschakova



20.-25.01.

Hybrosexuell (nicht hypersexuell) ...

"Noch besteht die Gelegenheit, die Träger der vorherrschenden, kategorisierenden Systeme zu dekonstruieren, bevor sich ihre geschlechtlichen und sexuellen Gesetzmäßigkeiten irreversibel verhärten werden." Dies und noch viel mehr teilt M Simons mit, in seinem Manifest hybrosexueller Freiheit. "Diese Verhärtung wird in einer Gesellschaft abseits ehemaliger Auffassungen von Sexualität münden: Sie wird ihre neue Befriedigung im Ausleben von Aggressionen wiederfinden: Neoaggressionen." Damit das nicht (weiter) geschieht, soll hybrosexuell gedacht und gehandelt werden - nicht weniger als dies: "um die Sexualität der westlichen Gesellschaft zu befreien, zu reformieren und zu liberalisieren, werden die exklusiven, konfigurierenden Systeme zersprengt und in einem Akt der Hybridisierung erneuert." Am 24. Januar gab es diese Pläne zu einer neuen sexuellen (Un)ordnung per Megaphon von M Simons selbst performt. Für "eine neue, zukünftige und liberale Fluidität hybrosexueller Freiheit“!

Dies Manifest war dabei der Auftakt für ein neues Experiment des thealit, die Debaters anonymous. Am 24. Januar, direkt im Anschluss sprach eine geschlossene Gesellschaft geladener Gäste zum Thema Auflösung des Geschlechts. Transgender als beyond gender? miteinander. Die fünf Debaters Anonymous waren dabei unter sich und konnten auch nicht durch das Schaufenster betrachtet werden: Allein per Außen-Lautsprecher konnten wir ihre Worte verfolgen.

Und wer war unter dieser speziellen Anonymität, maskiert hinter Buchstaben debattieren? A, B, C, D und E, natürlich - war ja nicht schwer zu raten! Laura Adamietz, Josch Hoenes, Brigitte Helbling, Bärbel Reimann, Silke Rotermund sind es diesmal. Deren Funktionen und Professionen sind in gemixter Aufzählung: queer/trans*aktivist, Kunst- und Kulturwissenschaftler, Initiatorin des Vereins Crazy Run, Arbeitspädagogin in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, Diplom-Psychologin, M.A. Interdisciplinary Women's Studies, Vertreterin der Landesbeauftragten für Frauen Bremen, Rechtsanwältin, insbesondere für Trans*genderrecht, Schriftstellerin, Literaturwissenschaftlerin. Gegenseitig sprachen sich die Debaters an stets nur unter den Buchstaben, die sie sich beliebig zugeordnet hatten.

Am folgenden Abend, trat M Simons (der sich manchmal auch Moritz oder Ritz-Käthe genannt hat) wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit, nämlich das am Vortag performte Manifest hybrosexueller Freiheit erläutern und diskutieren.



13.-19.01.2017

Kein Titel ist ein guter Titel

Mit der Sorgfalt einer Orakels galt es diesmal die passenden Worte zu finden, denn nicht zuviel sollte verraten werden, nichts Falsches selbstverständlich, vielleicht jedoch etwas Irreführendes? Wir nähern uns dem, was hier Objekt genannt wird. Dies Objekt heißt o.T.Kein Titel ist ein guter Titel.

An einem Datum ohne abergläubische Betitelung, Freitag, 13. Januar ab 18.30 Uhr, konnte o.T. besichtigt werden – bis einschließlich Donnerstag, 19. Januar. Eine Ankündigung der Künstlerin gibt präszise und abgewogen Auskunft vorab:
Das Objekt greift Mechanismen auf.

Es ist alles, was es zu sagen gibt.
Es ist ein Monolog.
Es verweigert sich.
Es präsentiert sich.
Es behauptet sich.
Es befestigt sich.
Es ist ein streitbares Objekt.
Eine Fortifikation.

Dem kann schwer etwas hinzugefügt werden, ohne konzeptionell auszugleiten. Während der Ausstellungszeit, am Sonntag, 15. Januar fand um 17 Uhr das „Objekt — Gespräch“ statt, ein Künstlerinnengespräch zwischen Katrin Heydekamp und Marlene Denningmann zu dem Objekt.

Dies Gespräch aufgezeichnet wird und am Samstag, 4. Februar von 16-17 Uhr auf Radio Weser TV übertragen. In Bremen und Umgebung ist der Sender auf UKW 92,5 // Antenne 101,86 zu empfangen, und ohne regionale Begrenzungen unter radioweser.tv.


Streitobjekt # 6

Diesmal wurde eine Maske der Basler Fasnet ausgestellt, gemacht für die Guggenmusik. Na, wenn das nicht auch schon ein wenig hybrosexuell gewesen sein wird? Wer weiß, ob sich nicht zwischen verschiedenen Karnevalsinterpretationen so viel Unterschied wie zwischen Mythologien und sexuellen Ordnungen finden lässt?


Sa 07.01.2017

Spielen hören...

und anders herum auch: erst Hören, dann Spielen. Ein Hörspiel wartete auf seine Ursendung bei thealit und anschließend könnten wir uns auf ein neues Kartenspiel miteinander freuen...

In das neue Jahr hineinwinkend, kündigte sich schon das nächste Projekt in thealits Lab DEBATTERIE! an und die Künstler_innengruppe WORMS wird im öffentlichen Arbeitszimmer sowohl hinter der Bremer Schaufensterfront als auch in den Radios, Computern und Smartphones ihr Hörspiel aufführen. Am Samstag, den 7. Januar 2017, mit Start um 19 Uhr wurde aus dem Arbeitszimmer Vor dem Steintor 133 nämlich live gesendet, und zwar das Radioplay: Sie hören nun das Hörspiel Woman on the Edge of Time nach dem Science-Fiction Roman von Marge Piercy in einer Bearbeitung der Künstler_innengruppe WORMS..
Das Collective Listening vor Ort, im temporären Radiostudio des thealit-Arbeitszimmers mit den Macher_innen iwarc auch natürlich zu empfangen unter Radio Weser TV

Im Hörspiel wurden ausgehend von dem Romantext Marge Piercys Verstrickungen von Sprache und Macht verhandelt und probiert, welche Rolle das Radio hier spielen kann. Geschrieben wurde das Hörspiel von Anabel Sarabi, begleitet von Nora Maier. Die beiden haben mit Philipp Fürnkäs, Johann Kuithan, Laura Popplow, Sabrina Sarabi auch ihre Stimmen dem Stück geliehen.

Circa ab 20:15 Uhr startete der nächste Programmpunkt, ein Conversational Tool, ein Kartenspiel zu unserer Zukunft mit allen anwesenden Gäst_innen. Es brauchte nicht mehr und nicht weniger als Neugier, im Rahmen des Spiels gemeinsam über die nahe und ferne Zukunft zu spekulieren. Open End – in mehrfachem Sinn …

Danke für das Wiedersehen bei thealit, und Ihre Unterstützung, Kooperation, Projekte und Beteiligungen – in einem ereignisreichen Jahr. Alles Gute für 2017!



15.12.2016 - 04.01.2017

Frühstück und Live-Audioperformance

Eine andere Art von Frühclub in thealits öffentlichem Arbeitszimmer…
The Breakfast Club debattiert über FIRE

The Breakfast Club ist eine Performance Gruppe mit Charlotte Livine – uns schon bekannt von Disputatio & Quiproquos. Mit von der Partie bei der neuen frühmorgendlichen Unternehmung in thealits öffentlichem Arbeitszimmer, am Donnerstag, 15. Dezember um 7:00 morgens sind: Iason Roumkos und Radoš Vujaklij. Die Drei werden sich der Form der Debatte zuwenden, und zwar durch Arbeit mit Sound und Raum. Weil sie unter anderem Englisch sprechen werden, senden sie uns eine Beschreibung samt englischem Schönberg-Zitat zu ihrem Projekt: "To debate means to discuss something with people who have different opinions; to use and consider opposing arguments; to argue; to contend in words. A debate is often an organized event, with its own rules of conduct. Whereas a debate is led in words relying on logic and reasoning, The Breakfast Club leads the debate with sounds within the context of artistic practice.
‚Words can be used aesthetically, while any sound (including speech) can be used for making an argument.' (Arnold Schönberg)"
Das Thema lautet: fire. Ein Beispiel einer Breakfast Club Performance vom letzten May zum Thema future telling, gibt es hier
Die Performance mit spontanen, interessierten Frühstücksgästen, die jederzeit hereinschneien können – dies ist eine Einladung!

Streitobjekt #5

Die Frage Rot…

„Unter dem Tuch“, ist die Bezeichnung des Streitobjekts #5, in thealits Arbeitszimmer Vor dem Steintor 133 bis zum 4. Januar 2017 zu sehen war – oder eigentlich nicht zu sehen war? Was passte besser als die Farbe Rot – die des verwendeten Tuches – für Fragen von (und nach) Bedeutung?



07. - 11.12.2016

Weltuntergang, und dann? Noch Plätze frei …

Doomsday without dying … Na, das wär’s doch! Das Ende der Welt – zunächst mal die Jahresendzeit – überleben. Genauer muss es heißen: How To Face Doomsday without Really Dying. So nennt Christina Ertl-Shirley ihr kollaboratives Projekt in thealits Arbeitszimmer Vor dem Steintor 133 – es ging um Konversationen mit Judith Merril.

Das Projekt nimmt die in der deutschen Rezeption weitgehend unentdeckte amerikanisch/kanadische Pionierin der Science Fiction Literatur zum Anlass und als Inspirationsquelle. In den USA, Kanada und Japan ist ihr Name legendär, ganz wie die vielfältigen Radiodebatten, die sie mit Kolleg*innen führte – stets als herausragend provokante Antagonistin.

Eine Audio-Hommage an diese Science Fiction Autorin und Radioaktivistin Judith Merril sollte entstehen. An drei aufeinanderfolgenden Tagen (8., 9., 10. Dezember) war dazu eine Schreibwerkstatt und Audio Liveproduktion stattgefunden.

Für einen Hör-Eindruck, (42 sec) gibt’s hiereine Mini-Probe, bezüglich Merills Vorstellung, was im 21. Jahrhundert Sache sein wird ...

Am 7. Dezember um 18.00 Uhr jedenfalls startete Christina Ertl-Shirley das Thema zunächst mit einem Vortrag: Wer ist Judith Merril?
und anschließend würde der Dokumentarfilm "What If...?". Ein FilmÜber Judith Merril, Regie: Helen Klodawsky, gezeigt. Mehr Infos

Die Präsentation der fertigen Audiocollage wurde am Samstag abend präsentiert und gefeiert. Am Sonntag war die Collage als Installation im Arbeitszimmer zu besuchen.


26.11.- 06.12.2016

Debas, Debatte, DEBATTERIE!

Im Arbeitszimmer von thealit ging es historisch und experimentell weiter mit dem Projekts Disputatio & Quiproquos von Charlotte Livine. Zum ersten Mal am Samstag, den 26.11. durfte gespielt werden – mit einem gemeinsamen Kartenspiel: Disputatio, Figuren der Debatte.

Alle waren eingeladen mitzumachen!

An 2 Dezembertagen konnte noch zweimal täglich gespielt werden und es gab auch den anderen Teil des Projekts:
ein Lecture Play, wie Charlotte Livine verrät:
„Hin und her, immer wieder, allegoria in dictis – Kettenreaktionen um das immer wechselnde letzte Wort war ein inszenierter Moment zwischen Vortrag und Theaterstück. Eine Debatte, die uns [an theatergeschichtlichen Beispielen entlang] in Debattiersituationen führte. Immer wieder verwandelten sich die Figuren, ihre Persönlichkeiten, ihre Meinungen und Werte.“

Und ab Samstag, den 3. Dezember gab es das Streitobjekt # 4 zu besichtigen, ein Buch, sogar mit dem gleichen Titel wie das Streitobjekt #3, und zugleich ganz anders!



14. - 25.11.2016

Die unsichtbare Wand ...

Wer von außen in ein Schaufenster blickt, vergisst ein wenig, dass dies auch von innen zu beobachten ist. Und wer hinter einem Fenster sitzt und Passanten nachstarrt, kann feststellen, dass auch dies nicht unbemerkt bleibt. Vielleicht gibt es noch in der reinsten Glasscheibe eine unsichtbare Wand - die Einbildung einer Grenze zwischen Intimität und Öffentlichkeit? Vielleicht auch der zwischen innen und außen?

Derartige Absonderlichkeiten waren beim neuen Projekt in thealits DEBATTERIE! Lab zum Anstoß genommen: Don’t lie in bed with shoes on
von Ana Patiño und Camila Riveros began in seinem ersten Teil, einer Audio-Arbeit am Montag, den 14. November als eine durchgehend betriebene Outside-Installation bis zum Donnerstag, den 17. November an der gläsernen Ladenfront des öffentlichen Arbeitszimmers von thealit, Vor dem Steintor 133.

In „exposures of intimacy“ ging es um unfreiwillige Zeugenschaften und mysteriöse anonyme Anweisungen gehen – mit dem Glas der Fensterfront als ausgetüfteltem Resonanzkörper. Dieser Part führte auf den Hauptteil hin: die Performances am 16. und 17. November, jeweils um 19.00 Uhr von Claire Seringhaus am gleichen Ort.

Die Künstlerinnen sagen: „Lie in bed with shoes on” is an action that can be seen either as intimate or as a violation of intimacy depending on the context. When ‚don’t’ is added, resistance is provoked (as always ... ) and this is the first step to set up the space for debate.“ Oder so: Zwischen Intimität und Überwachung, Öffentlichkeit und Scheu interferieren Extreme, derzeit die Sucht nach Aufmerksamkeit // die ständige Furcht beobachtete zu werden.

Streitobjekt #3

Ein neues Streitobjekt war zu besichtigen. Es war das dritte in der Serie der Ausstellungen zwischen den Projekten des DEBATTERIE! Labs. Diesmal war im Bild nicht versteckt, dass ein bestimmtes Buch als Streitobjekt vorgestellt war, aber um welches Buch es sich handelte, und was darin aufgeschlagen war, erfuhr nur, wer sich auf den Weg zum Schaufenster machte.





02.11. - 12.11.2016

kleine und große Wortschlager!
Was, wenn niemand schuldig sein will?

Dies könnte eine der Fragen im Spiel sein, die
Lilly Bosse, Cordule Heins und Caroline Speisser bei ihrem kleinem und großem Spektakel beschäftigen: Le coq est mort.

Es geht "plopp" und 1,2 oder 3 - "Du musst dich entscheiden!" - los.
Es ist eine „Unterhaltung“. "Das unmögliche Spiel bringt allerhand von Mensch zu Mensch, von Ort zu Ort" -(sagen die drei Künstlerinnen in Reminiszenz an das beliebte TV-Kinderquiz -), "etwas übertrieben Gezeichnetes, etwas recht laut Gesungenes, ein Material, auf dem Festgeschriebenes sich besonders lange hält. Etwas überzogen Bezeichnendes, etwas stets Reproduzierendes, ein Wortschlag, der tierisch gut die Hörigkeit erhält und noch Allerlei von dir zu mir, von uns zu euch."

Und 3 Tage später am gleichen Ort: Le coq est mort. Großes Spektakel. - eine „Haltung“? Etwas nachdenklicher wird es nach der ploppigen Vorbereitung werden … Es ist angerichtet...
"Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad und wenn der Hahn tot ist, ist alles besser?" Da es um Streitkultur gehen wird und die Schwierigkeit, Kritik auszuhalten, wird das abschließende Fragezeichen von Bedeutung sein -- probieren wir es aus!

Nach diesem großen Spektakel bei dem aus dem unbeleuchteten Innenraum sukzessive Licht ausgesperrt wurde - und sich neugierige, leicht nervöse Spannung in der vielköpfigen Enge der Versammlung erzeugte - , war wieder der Blick von außen in das beleuchtete Innen eingeladen. Es war vor dem Hintergrund des leeren, weißen Raums das zweite der ausgestellten "Streitobjekte" anzuschauen.

Streitobjekt #2




OKTOBER 2016

21.10.
Situationen / Räume

Inzwischen: Streitobjekte

Nach der hintergründig-provokanten Eröffnung (andere sagten subtil-unheimlich oder berührend-lustig) mit Christina Pfrötschners Insznerierung "Alles wird gut!" gab es inzwischen neues zu sehen im öffentlichen Arbeitszimmer vom Frauen.Kultur.Labor. thealit.

Denn zwischen den Projekten des DEBATTERIE! Programms gibt es regelmäßig eine Ausstellung von Streitobjekten und die gläserne Ladenfront samt Raumblick wird zu einer Ausstellungsfläche.

Claudia Reiche und Andrea Sick installierten bis 31.10. das Streitobjekt #1


Very Bremen. Komm vorbei, Vor dem Steintor 133!


Arbeitszimmer: