M. Pelin Sen & Emilia Sting
M. Pelin Sen
Ich fühle mich zum Schwellenhaften hingezogen – zu den Räumen, Momenten und Identitäten, die zwischen den Definitionen existieren.
Meine Arbeit erforscht das Fließende, das Fragmentierte und das Zyklische und lädt zu einer Neubetrachtung von Zeit, Raum und Existenz ein. Ich bin fasziniert vom Zusammenspiel von Anwesenheit und Abwesenheit, von Rhythmen, die sich jeglicher Struktur entziehen und von der stillen Spannung zwischen Bewegung und Stillstand.
Ich versuche Welten zu erschaffen, in denen sich die Linearität auflöst, in denen die Zeit zu einem verworrenen Faden, einer Pause oder einer Möglichkeit wird. Verwurzelt im Erkunden und Experimentieren widersetzt sich meine Arbeit starren Rahmenbedingungen und begrüßt stattdessen Vielfalt und Offenheit.
Emilia Sting
als menschlicher körper interessieren mich alle arten von körpern.
textile körper
textliche körper
räumliche körper
soziale und politische körper
immaterielle körper
imaginierte und utopische körper…
…und alle zwischenräume
ich glaube an transdisziplinarität, kollektivität und kollaboration. meine herangehensweisen sind sinnlich, suchend, nachhaltig – sowohl als textile und kostümdesignerin als auch in meiner künstlerischen praxis.
the flowers that weren’t meant to be
Queerness ist schon immer da gewesen.
In den Rissen der Gesellschaften.
In den Zwischenräumen.
An den unscheinbaren Rändern.
Was sich durch Raum und Zeit verschoben hat, ist die Akzeptanz unserer Existenz – ihr Wert, ihre Wundersamkeit.
Wir waren überall und nirgends zugleich.
Kämpfend und duckend, tanzend und leidend, liebend und teilend.
Mal um Mal wurden unsere Geschichten von der glänzenden Oberfläche getilgt, befreit von Wissen, von Körpern.
Gezwungen vor einem System zu kapitulieren, das sich selbst verschlingt – einem Imperium, das wie jedes große Imperium dazu verdammt ist eines Tages zu zerfallen.
Wir wissen, dass die lineare Struktur von Wachstum, die als einzige Möglichkeit von kapitalistischen Gesellschaften proklamiert wird, eine Lüge ist.
Wir kennen die Stärke eines Netzwerks – sich ausstreckend, hin und wieder an die Oberfläche kommend, während das Wurzelgeflecht sich tief in die verborgene Erde erstreckt, wo wir uns gegenseitig nähren, durch Verbindung, durch Austausch;
Dort sammeln wir die Kraft, die Oberfläche zu durchbrechen.
Wir finden unseren Raum,
erschaffen uns Räume,
innerhalb und jenseits der fallenden Imperien.
Wir fusionieren unser jeweiliges Wissen und unsere Fähigkeiten, um eine poetischen, multisensorische Installation zu schaffen. Eine Installation die ortsungebunden ist, die anpassungsfähig an sich verändernde Umgebungen ist. Eine Installation, die in und aus den Rissen und Falten erblüht.