Marie José Burki

studierte französische Literatur auch die Ecole Supérieure d'Art Visuel. Nach einigen Monaten in Paris 1989 zog sie nach New York. Seit 1993 lebt und arbeitet sie in Brüssel.

Sie unterrichtete an der Rijksakademie in Amsterdam, seit 2003 ist sie Professorin für Videokunst an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg (HFBK).

Im Zentrum der Arbeit von Marie José Burki steht das Spannungsverhältnis von stillem und bewegtem Bild. Ihre animierten, von Menschen (oder früher von Tieren) bevölkerten Tableaus zeugen von bewegtem Stillstand – es sind alltägliche und doch zutiefst stilisierte Situationen im Hier und Jetzt, welche die Künstlerin in Film und Fotografie festhält. Meist jedoch scheint es sich gerade um jene Momente zu handeln, kurz nachdem etwas passiert ist oder kurz bevor etwas passieren wird – nur was? Afterhours: Abgestreifte, verstreut herumliegende Highheels, halbvolle Weingläser, leere Flaschen sind von einem üppigen Festmahl in opulent ausgestatteten Räumen übrig geblieben (zu sehen in der Arbeit "De nos jours (dedans)"; "De nos jours" (un matin II)", 2004). Träge harren diese Menschen – meist Frauen um die 30 – in diesem Zustand des Kurz-danachs oder -davors aus. Manchmal ist es auch nur ein Handy auf dem Couchtisch, beiläufig aber doch prominent platziert, das dieses Warten markiert. Der zwiespältige Zustand von "Freizeit" oder Müßiggang als integraler, ja methodischer Bestandteil unserer heutigen westlichen Mittelstandsgesellschaft, wird von Burki mit der Kamera seziert.


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