Ludwik-Fleck-Kreis

Der Ludwik Fleck Kreis durchlief mehrere Metamorphosen bevor er seinen momentanen Status als eingetragener Verein nach dem Schweizerischen Bürgergesetzbuch erhielt.

Wir forschen seit mehreren Jahren zu Leben und Werk Ludwik Flecks und haben neben einer unfangreichen Sammlung von Dokumenten und Zeitzeugeninterviews, auch Texte von Fleck zusammengetragen und übersetzungen veranlasst. Gleichzeitig nutzen wir Flecks theoretische Vorschläge als Basislager für Exkursionen zu aktuellen wissenschaftlichen Themen. Flecks Verständnis des Denkens und der Wissensproduktion, die er als prozessual und in höchstem Maße dynamisch auffasst und seine Vorliebe für bewegliches, wenig diszipliniertes Wissen nahmen wir mit einer Anleihe bei Gilles Deleuze und Felix Guattari in unserem Denk- und Arbeitsstil der ambulanten Wissenschaft auf.

Wir begannen vor einigen Jahren in Form eines informellen Arbeitskreises, der sich regelmäßig traf, um Materialien zu Flecks Biographie, seinem Werk und dessen Rezeption zusammenzutragen. Nach verschiedenen Recherchen und Interviews quer durch Europa – u.a. mit Stanislaw Lem und Thomas Schnelle – waren wir 2002 in der Lage, auf Einladung des Max-Plank-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin eine Ausstellung vorzubereiten: ‘"...was überhaupt möglich ist." Zugänge zum Leben und Denken Ludwik Flecks im Labor der Moderne’. Dies war vor allem deshalb möglich, weil Thomas Schnelle, der bereits Ende der 1970er Jahre zu Flecks Person und seinem Werk forschte, uns seine gesamte Forschungsdokumentation in Kopieform zur Verfügung gestellt hatte. 2004 konnte die Ausstellungsgruppe die inzwischen erweiterte Ausstellung am Collegium Helveticum in Zürich zeigen. Die Ausstellungserweiterung war durch den Kontakt zu Flecks wissenschaftlichem Nachlaßverwalter, Prof. Marcus Klingberg ermöglicht worden. Neue Erkenntnisse über Flecks letzte Jahre in Israel konnten in Zürich durch Ausschnitte aus einem Interview mit Prof. Klingberg veröffentlicht werden. Sowohl Thomas Schnelle als auch Prof. Klingberg sind Mitglieder des Ludwik Fleck Kreises, der 2005 offiziell gegründet wurde.

Die Mitglieder des Ludwik Fleck Kreises leben verstreut in Europa, wobei die höchste Mitgliederdichte in Berlin zu verzeichnen ist. Wir halten an der ambulanten Multidisziplinarität fest und bringen ein Handwerkszeug aus verschiedenen theoretischen und praktischen Feldern (Kunst, visuelle Anthropologie, Literaturwissenschaft, Japanologie, Philosophie, Psychiatrie, Wissenschaftsgeschichte, Medizin, Psychologie, Soziologie) mit.

Beteiligt am thealit Laboratorium: Martina Schluender und Pit Arens

E-Mail: kontakt@ludwik-fleck-kreis.org
Weblink: http://www.ludwik-fleck-kreis.org


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